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1 Was wir soeben dargetan, bestätigt auch die Erfahrung selbst täglich durch so 2 viele und so offenkundige Zeugnisse, daß es fast in jedermanns Munde ist: der 3 Mensch ist dem Menschen ein Gott. Dennoch ist es selten, daß die Menschen nach 4 der Leitung der Vernunft leben, vielmehr steht es so mit ihnen, daß sie meist 5 neidisch und einander zur Last sind. Nichtsdestoweniger können sie ein 6 einsiedlerisches Leben kaum vollführen, so daß die Definition: der Mensch sei 7 ein gesellschaftliches Tier, bei den meisten sehr beifällig aufgenommen worden 8 ist. Und in der Tat verhält sich die Sache so, daß aus dem gemeinschaftlichen 9 Zusammenleben der Menschen weit mehr Vorteile als Nachteile entstehen. Die 10 Satiriker mögen daher so viel sie wollen die menschlichen Dinge verlachen, die 11 Theologen sie verdammen, und die Melancholischen mögen aus allen Kräften ein 12 ungebildetes und bäurisches Leben preisen, die Menschen verachten und die Tiere 13 bewundern; die Menschen werden doch die Erfahrung machen, daß sie durch 14 gegenseitige Hilfeleistung sich das, was sie bedürfen, viel leichter 15 verschaffen, und nur durch vereinte Kräfte die Gefahren, die ihnen überall 16 drohen, vermeiden können, um ganz davon zu schweigen, daß es viel höher und 17 unserer Erkenntnis weit würdiger ist, die Taten der Menschen als die der Tiere 18 zu betrachten. Doch hiervon an einem anderen Orte ausführlicher. 19 20