4p28d.md (771B)
1 Das Höchste, was der Geist erkennen kann, ist Gott, d.h. (nach Def. 6, T. 1) 2 das absolut unendliche Seiende, ohne welches (nach Lehrsatz 15, T. 1) nichts 3 sein noch begriffen werden kann; folglich ist (nach Lehrsatz 26 und 27 dieses 4 Teils) das höchste Nützliche für den Geist oder (nach Def. 1 dieses Teils) das 5 höchste Gut die Erkenntnis Gottes. Ferner handelt der Geist nur insofern, 6 inwiefern er erkennt (nach Lehrsatz 1 und 3, T. 3), und nur insofern kann man 7 (nach Lehrsatz 23 dieses Teils) von ihm absolut sagen, daß er tugendhaft 8 handelt. Die absolute Tugend des Geistes ist daher das Erkennen. Das Höchste 9 aber, was der Geist erkennen kann, ist Gott (wie eben bewiesen). Also ist die 10 höchste Tugend des Geistes, Gott zu erkennen oder einzusehen. W.z.b.w. 11 12