4p18d.md (813B)
1 Die Begierde ist das eigentliche Wesen des Menschen (nach Def. 1 der Affekte), 2 d.h. (nach Lehrsatz 7, T. 3) das Streben, wodurch der Mensch in seinem Sein zu 3 beharren strebt. Deshalb wird die Begierde, welche aus der Lust entspringt, 4 durch den Affekt der Lust an sich erweitert oder vermehrt (nach der Def. der 5 Lust in der Anm. zu Lehrsatz 11, T. 3); dagegen wird die aus der Unlust 6 entspringende Begierde durch den Affekt der Unlust an sich (nach derselben 7 Anmerkung) vermindert oder eingeschränkt. Folglich muß die Macht der Begierde, 8 welche aus der Lust entspringt, aus dem menschlichen Vermögen in Verbindung mit 9 dem Vermögen einer äußeren Ursache erklärt werden, die aus der Unlust 10 entspringende Begierde aber allein aus dem menschlichen Vermögen. Und folglich 11 ist jene stärker als diese. W.z.b.w. 12 13