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1 Hiermit glaube ich die Ursache aufgezeigt zu haben, weshalb die Menschen sich 2 mehr von der Meinung als von der wahren Vernunft bewegen lassen, und weshalb die 3 wahre Erkenntnis des Guten und Bösen Unruhe in der Seele erweckt und häufig von 4 der Sinnenlust jeder Art besiegt wird, woher jener Ausspruch des Dichters 5 entstand: 6 7 Ich erkenn' und lobe das Bessre, 8 Schlechterem folge ich nach.Ovid, Metamorphosen, B. 7, V. 20 u. 21. 9 10 Dasselbe scheint auch der Prediger im Sinne gehabt zu haben, wenn er sagt: Wer 11 das Wissen mehret, mehret den Schmerz.Prediger Kap. I, V. 18. Dies sage ich aber 12 nicht zu dem Zweck, um daraus zu schließen, daß es vorzüglicher ist, nicht zu 13 wissen, als zu wissen, oder daß in der Mäßigung der Affekte kein Unterschied 14 zwischen den Toren und den Einsichtsvollen ist, sondern deshalb, weil es 15 notwendig ist, sowohl die Ohnmacht wie das Vermögen unserer Natur zu erkennen, 16 um bestimmen zu können, was die Vernunft in der Mäßigung der Affekte vermag und 17 nicht vermag, und ich habe gesagt, daß ich in diesem Teile nur von dem 18 menschlichen Unvermögen handeln werde. Denn von der Macht der Vernunft über die 19 Affekte habe ich mir vorgesetzt, besonders zu sprechen. 20 21