4p15d.md (1280B)
1 Aus der wahren Erkenntnis des Guten und Bösen, insofern diese (nach Lehrsatz 8 2 dieses Teils) Affekt ist, entspringt notwendig Begierde (nach Def. 1 der 3 Affekts, die um so größer ist, je größer der Affekt ist, aus dem sie entspringt 4 (nach Lehrsatz 37 T. 3). Weil aber diese Begierde (nach der Voraussetzung) 5 daraus entspringt, daß wir etwas wahrhaft erkennen, folgt sie also in uns, 6 insofern wir tätig sind (nach Lehrsatz 1, T. 3), und muß also aus unserem Wesen 7 allein erkannt werden (nach Def. 2, T. 3), und folglich (nach Lehrsatz 7, T. 3) 8 muß ihre Macht und ihr Wachstum aus dem menschlichen Vermögen allein erklärt 9 werden. Die Begierden ferner, die aus den Affekten, die uns bestürmen, 10 entspringen, sind auch um so größer, je heftiger diese Affekte sind. Folglich 11 muß ihre Macht und ihr Wachstum (nach Lehrsatz 5 dieses Teils) aus dem Vermögen 12 der äußeren Ursachen erklärt werden, welches mit dem unsrigen verglichen unser 13 Vermögen unbestimmt übertrifft (nach Lehrsatz 3 dieses Teils). Also können die 14 Begierden, welche aus ähnlichen Affekten entspringen, heftiger sein als 15 diejenige, welche aus der wahren Erkenntnis des Guten und Bösen entspringt, und 16 werden diese daher (nach Lehrsatz 7 dieses Teils) einschränken oder ersticken 17 können. W.z.b.w. 18 19