ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p9sc.md (807B)


 1 Dieses Streben, auf den Geist allein bezogen, heißt Wille, aber auf Geist und
 2 Körper zusammen bezogen, nennt man es ein Verlangen, welches also nichts anderes
 3 ist, als das Wesen des Menschen selbst, aus dessen Natur das, was zu seiner
 4 Erhaltung dient, notwendig folgt, und folglich ist der Mensch dieses zu tun
 5 bestimmt. Auch ist zwischen Verlangen und Begierde kein Unterschied, nur daß
 6 Begierde sich meist auf die Menschen bezieht, sofern sie sich ihres Verlangens
 7 bewußt sind. Man kann sie daher so definieren: Begierde ist Verlangen mit dem
 8 Bewußtsein desselben. Aus diesem allen geht hervor, daß wir nichts erstreben,
 9 wollen, verlangen, noch begehren, weil wir es für gut halten; sondern umgekehrt,
10 daß wir deshalb etwas für gut halten, weil wir es erstreben, wollen, verlangen
11 und begehren.
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