3p50sc.md (1418B)
1 Die Dinge, welche zufällig Ursachen der Hoffnung oder Furcht sind, werden gute 2 oder üble Vorzeichen genannt, sofern sodann eben diese Vorzeichen Ursache der 3 Hoffnung oder Furcht sind, insofern sind sie (nach der Def. der Hoffnung und 4 Furcht, siehe diese in der Anm. 2 zu Lehrsatz 18 dieses Teils) Ursache der Lust 5 oder Unlust, und folglich (nach Folgesatz zu Lehrsatz 15 dieses Teils) lieben 6 oder hassen wir sie sofern und streben, sie (nach Lehrsatz 28 dieses Teils) als 7 Mittel zu dem, was wir hoffen, zu erhalten, oder als Hindernisse oder Ursachen 8 der Furcht zu entfernen. Außerdem folgt aus Lehrsatz 25 dieses Teils, daß wir 9 von Natur so beschaffen sind, daß wir das, was wir hoffen, für leicht, aber das, 10 was wir fürchten, für schwer erachten, und davon mehr oder weniger als 11 gebührlich halten. Hieraus ist nun all der Aberglaube entstanden, von welchem 12 die Menschen überall bestürmt werden. Übrigens halte ich hier es nicht für 13 nötig, das Schwanken der Seele, das aus Furcht und Hoffnung entsteht, darzutun; 14 denn es folgt ja aus der bloßen Definition dieser Affekte, daß es keine Hoffnung 15 ohne Furcht und keine Furcht ohne Hoffnung gibt (wie wir seines Orts 16 ausführlicher erläutern werden); und außerdem lieben oder hassen wir etwas, 17 insofern wir es hoffen oder fürchten, und sonach wird jeder, was wir über Liebe 18 und Haß gesagt haben, leicht auf die Hoffnung und Furcht anwenden können. 19 20