ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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3p38d.md (1422B)


 1 Denn, wenn jemand den Gegenstand, den er liebt, zu hassen beginnt, so werden
 2 mehr Triebe bei ihm eingeschränkt, als wenn er ihn nie geliebt hätte. Denn Liebe
 3 ist Lust (nach Anm. zu Lehrsatz 13 dieses Teils), welche der Mensch so viel als
 4 möglich zu erhalten sucht (nach Lehrsatz 28 dieses Teils), und zwar (nach
 5 derselben Anm. zu Lehrsatz 13 dieses Teils) dadurch, daß er den geliebten
 6 Gegenstand als gegenwärtig betrachtet und ihn (nach Lehrsatz 21 dieses Teils) so
 7 viel als möglich mit Lust affiziert. Dieses Bestreben ist (nach dem vorigen
 8 Lehrsatz) um so größer, je größer die Liebe ist, sowie auch das Bestreben, zu
 9 bewirken, daß der geliebte Gegenstand ihn wieder liebt (siehe Lehrsatz 22 dieses
10 Teils). Diese Bestrebungen werden aber durch den Haß gegen den geliebten
11 Gegenstand eingeschränkt (nach Folgesatz zu Lehrsatz 13 und nach Lehrsatz 23
12 dieses Teils), also auch aus dieser Ursache wird (nach Anm. zu Lehrsatz 11
13 dieses Teils) der Liebende mit Unlust affiziert und mit desto größerer, je
14 größer die Liebe war, d.h. außer der Unlust, welche die Ursache des Hasses war,
15 entsteht eine andere daraus, daß er den Gegenstand geliebt hat. Folglich wird er
16 mit einem größeren Unlustaffekt den geliebten Gegenstand betrachten, d.h. (nach
17 Anm. zu Lehrsatz 13 dieses Teils) er wird ihn mehr hassen, als wenn er ihn nicht
18 geliebt hätte, und um so mehr, je größer die Liebe gewesen war. W.z.b.w.
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