3p22sc.md (838B)
1 Der Lehrsatz 21 zeigt uns, was Mitleid heißt, das wir als Unlust, entsprungen 2 aus dem Unglück eines anderen, definieren können; wie aber die Lust zu nennen 3 sei, die aus dem Glück eines anderen entspringt, weiß ich nicht. Ferner wollen 4 wir die Liebe zu dem, der einem andern Gutes getan, Zugeneigtheit, und dagegen 5 den Haß gegen den, der einem anderen Böses getan, Entrüstung nennen. Endlich ist 6 zu bemerken, daß wir nicht nur ein Ding bemitleiden, das wir geliebt haben (wie 7 wir Lehrsatz 21 gezeigt), sondern auch ein solches, für das wir vorher gar 8 keinen Affekt hatten, wenn wir es nur für unseresgleichen halten (wie ich unten 9 zeigen werde), und daß wir also auch gegen denjenigen wohlwollend sind, der 10 jemandem unsersgleichen Gutes tat, und dagegen gegen den entrüstet, der jemandem 11 unsersgleichen Böses zugefügt hat. 12 13