3p1d.md (1688B)
1 In jedem menschlichen Geiste sind einige Ideen adäquat, andere aber verstümmelt 2 und verworren (nach Anm. 2 zu Lehrsatz 40, T. 2); die Ideen aber, welche in 3 jemandes Geiste adäquat sind, sind in Gott adäquat, sofern er das Wesen eben 4 dieses Geistes ausmacht (nach Folgesatz zu Lehrsatz II, T. 2), und diejenigen 5 sodann, welche im Geiste inadäquat sind, sind ebenfalls in Gott (nach demselben 6 Folgesatz) adäquat, nicht sofern er bloß das Wesen dieses Geistes, sondern auch 7 sofern er die Geister anderer Dinge zugleich in sich enthält. Ferner muß aus 8 jeder gegebenen Idee notwendig eine Wirkung folgen (nach Lehrsatz 36, T. I), von 9 welcher Wirkung Gott die adäquate Ursache ist (siehe Def. I dieses Teils), nicht 10 sofern er unendlich ist, sondern sofern er als von jener gegebenen Idee 11 affiziert betrachtet wird (siehe Lehrsatz 9, T. 2). Nun ist aber eben dieser 12 Geist die adäquate Ursache der Wirkung, deren Ursache Gott ist, sofern er von 13 einer Idee affiziert ist, welche in jemandes Geiste adäquat ist (nach Folgesatz 14 zu Lehrsatz II, T. 2). Also tut unser Geist (nach Def. 2 dieses Teils) manches 15 notwendig, insofern er adäquate Ideen hat. Dies war das erste. Was sodann 16 notwendig aus einer Idee folgt, welche in Gott adäquat ist, nicht sofern er nur 17 eines Menschen Geist, sondern sofern er die Geister anderer Dinge zugleich mit 18 dem Geiste eben dieses Menschen in sich faßt, hiervon ist (nach demselben 19 Folgesatz zu Lehrsatz II, T. 2) der Geist jenes Menschen nicht die adäquate, 20 sondern die Teilursache, und folglich (nach Def. 2 dieses Teils) leidet der 21 Geist notwendig manches, sofern er inadäquate Ideen hat. Dies war das zweite. 22 Also tut unser Geeist usw. W.z.b.w. 23 24