3p18sc2.md (804B)
1 Aus dem eben Gesagten erkennen wir, was Hoffnung, Furcht, Zuversicht, 2 Verzweiflung, Freude und Gewissensbiß ist. Hoffnung ist unbeständige Lust, 3 entsprungen aus der Vorstellung eines künftigen oder vergangenen Dinges, über 4 dessen Ausgang wir zweifelhaft sind. Furcht hingegen ist unbeständige Lust, 5 ebenfalls entsprungen aus der Vorstellung eines zweifelhaften Dinges; wenn dann 6 der Zweifel in diesen Affekten aufgehoben wird, wird aus der Hoffnung Zuversicht 7 und aus der Furcht Verzweiflung, nämlich Lust oder Unlust, die aus der 8 Vorstellung eines Dinges entspringen, welches wir gefürchtet oder gehofft haben. 9 Freude sodann ist Lust, die aus der Vorstellung eines Dinges entsprungen ist, 10 über dessen Ausgang wir zweifelhaft waren. Gewissensbiß endlich ist der Freude 11 entgegengesetzte Unlust. 12 13