3ad4e.md (1526B)
1 In der Anmerkung zu Lehrsatz 18, Teil 2, haben wir gezeigt, warum der Geist aus 2 der Betrachtung eines Dinges alsbald auf das Denken eines anderen Dinges 3 verfällt, weil nämlich die Vorstellungen dieser Dinge gegenseitig miteinander 4 verkettet und so geordnet sind, daß eine der anderen folgt; dies läßt sich aber 5 nicht denken, wenn die Vorstellung des Dinges neu ist, sondern der Geist wird in 6 der Betrachtung dieses Dinges festgehalten, bis er von anderen Ursachen dazu 7 bestimmt wird, etwas anderes zu denken; daher ist die Vorstellung eines neuen 8 Dinges, an sich betrachtet, von derselben Natur, wie die übrigen Vorstellungen, 9 und ich rechne deshalb die Bewunderung nicht zu den Affekten, sehe auch keinen 10 Grund, dieses zu tun, da ja dieses Abgezogensein des Geistes nicht aus 11 irgendeiner positiven Ursache entspringt, die den Geist von den anderen Dingen 12 abzieht, sondern nur daraus, weil die Ursache fehlt, wodurch der Geist bei der 13 Betrachtung eines Dinges bestimmt wird, an andere Dinge zu denken. Ich erkenne 14 daher nur drei (wie ich in der Anm. Lehrsatz 2 dieses Teils erinnert habe) 15 ursprüngliche oder primäre Affekte an, nämlich: die der Lust, der Unlust und der 16 Begierde, und habe nur deshalb über die Bewunderung gesprochen, weil es 17 gewöhnlich ist, einige Affekte, die aus den drei ursprünglichen abgeleitet 18 werden, mit anderen Benennungen zu bezeichnen, sobald sie sich auf Objekte 19 beziehen, die wir bewundern. Dieser Grund bewegt mich gleichfalls, hier noch 20 eine Definition der Verachtung beizufügen. 21 22