ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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 1 Man pflegt diese Begierde zum Begatten, mag sie gemäßigt sein oder nicht,
 2 Wollust zu nennen. Weiter haben diese fünf Affekte (wie ich in der Anm. zu
 3 Lehrsatz 56 dieses Teils erinnert habe) keinen Gegensatz. Denn die Leutseligkeit
 4 ist eine Art der Ehrsucht (siehe Anm. zu Lehrsatz 29 dieses Teils); daß seiner
 5 Mäßigkeit, Nüchternheit und Keuschheit eine Macht des Geistes, nicht aber eine
 6 Leidenschaft anzeigen, ist schon erwähnt. Und wenn es auch möglich ist, daß der
 7 Geizige, Ehrsüchtige oder Furchtsame sich des Übermaßes in Speise, Trank und
 8 Begattung enthält, so sind dennoch Geiz, Ehrsucht und Furchtsamkeit der
 9 Schwelgerei, Trunkenheit oder Wollust nicht entgegengesetzt. Denn der Geizige
10 sehnt sich gewöhnlich danach, sich in anderer Speise und Trank zu übernehmen;
11 der Ehrsüchtige aber wird, wenn er nur hoffen darf, daß es verborgen bleibt,
12 sich in keinem Ding mäßigen, und wenn er unter Trinkern und Wollüstigen lebt,
13 eben deshalb, weil er ehrsüchtig ist, mehr zu diesen Lastern geneigt sein, und
14 der Furchtsame schließlich tut das, was er nicht will. Der Geizige, obgleich er,
15 um den Tod zu vermeiden, seine Schätze in das Meer wirft, bleibt dennoch geizig,
16 und wenn der Wollüstling betrübt ist, weil er seiner Lebensweise nicht frönen
17 kann, hört er deshalb nicht auf, wollüstig zu sein. Überhaupt beziehen sich
18 diese Affekte nicht sowohl auf das wirkliche Schmausen, Zechen usw., als auf das
19 Verlangen und die Liebe selbst dazu. Es kann also diesen Affekten nichts
20 entgegengesetzt werden als Edelsinn und Seelenstärke, worüber im folgenden.
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22 Die Definition der Eifersucht und der übrigen Seelenschwankungen übergehe ich,
23 teils weil alles dieses aus einer Zusammensetzung der schon definierten Affekte
24 entspringt, teils weil die meisten keine Namen haben; dies zeigt, daß es für den
25 Lebensgebrauch hinreicht, sie nur in allgemeinen Zügen zu kennen, übrigens ist
26 aus den Definitionen der Affekte, die wir erläutert haben, klar, daß sie
27 sämtlich aus der Begierde, der Lust oder Unlust entspringen, oder vielmehr, daß
28 es keine außer diesen dreien gibt, deren jeder mit verschiedenen Namen belegt zu
29 werden pflegt, je nach den verschiedenen Beziehungen und äußerlichen Merkmalen.
30 Wenn wir nun auf diese ursprünglichen und auf das, was wir oben von der Natur
31 des Geistes gesagt haben, unser Augenmerk lichten wollen, so können wir diese
32 Affekte, sofern sie sich nur auf den Geist beziehen, folgendermaßen definieren:
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