3ad27e.md (1116B)
1 Die Ursachen dieser Affekte haben wir in der Anm. zu Lehrsatz 51 dieses Teils 2 und Lehrsatz 53, 54 und 55 dieses Teils nebst der Anmerkung dazu aufgezeigt, 3 über den freien Entschluß des Geistes siehe aber Anmerkung zu Lehrsatz 35, 4 Teil 2. Hier müssen wir übrigens noch bemerken, daß es nicht zu verwundern ist, 5 wenn überall allen Handlungen, die man gewöhnlich unrechte nennt, Unlust folgt, 6 und denen, die man rechte nennt, Lust. Denn aus dem oben Gesagten erkennen wir 7 leicht, daß dieses größtenteils von der Erziehung abhängt. Die Eltern haben 8 nämlich dadurch, daß sie die ersteren tadelten und die Kinder oft wegen 9 derselben verwiesen, diese dagegen berieten und lobten, bewirkt, daß die 10 Regungen der Unlust mit den ersteren, die der Lust aber sich mit den letzteren 11 verbanden, was auch durch die Erfahrung selbst bewiesen wird. Denn nicht alle 12 haben einerlei Gewohnheit und Religion, sondern vielmehr, was bei dem einen 13 heilig ist, bei anderen unheilig, und was bei dem einen ehrbar, bei dem anderen 14 schimpflich. Je nachdem also jemand erzogen ist, reut ihn eine Tat oder rühmt er 15 sich derselben. 16 17