3ad13e.md (736B)
1 Aus diesen Definitionen folgt, daß es keine Hoffnung ohne Furcht und keine 2 Furcht ohne Hoffnung gibt; denn wer in Hoffnung schwebt und über den Ausgang 3 eines Dinges im Zweifel ist, von dem nimmt man an, daß er sich etwas vorstellt, 4 was das Dasein des zukünftigen Dinges ausschließt, und also insofern Unlust 5 empfindet (nach Lehrsatz 19 dieses Teils), und folglich, solange er in Hoffnung 6 schwebt, fürchtet, daß die Sache nicht erfolgen möchte. Wer aber dagegen in 7 Furcht ist, d.h. über den Ausgang eines Dinges, das er haßt, in Zweifel ist, 8 stellt sich auch etwas vor, was das Dasein dieses Dinges ausschließt, und hat 9 also (nach Lehrsatz 20 dieses Teils) Lust, und folglich insofern Hoffnung, daß 10 die Sache nicht erfolgt. 11 12