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1 Auf welche Weise dieses aber geschieht, will ich kurz erläutern. Wir haben oben 2 gezeigt (Lehrsatz 17 dieses Teils mit dem Folgesatz), daß der Geist die Dinge, 3 wenn sie auch nicht da sind, sich doch immer als gegenwärtig vorstellt, wenn 4 nicht Ursachen in den Weg treten, welche ihr gegenwärtiges Dasein ausschließen. 5 Sodann zeigten wir (Lehrsatz 18 dieses Teils), daß, wenn der menschliche Körper 6 einmal von zwei Körpern zugleich affiziert gewesen ist, der Geist, wenn er sich 7 nachher den einen davon vorstellt, sich zugleich auch des anderen erinnern, das 8 heißt, beide als ihm gegenwärtig betrachten wird, wenn keine Ursachen dazwischen 9 treten, welche ihr gegenwärtiges Dasein ausschließen. Außerdem bezweifelt 10 niemand, daß wir uns auch die Zeit vorstellen, und zwar deshalb, weil wir uns 11 einige Körper langsamer oder schneller, oder eben so schnell als andere bewegt 12 vorstellen. Nehmen wir also einen Knaben, welcher gestern morgen zum ersten Male 13 den Peter gesehen hat, am Mittage aber den Paul und am Abend den Simeon und 14 heute wieder am Morgen den Peter. Aus Lehrsatz 18 dieses Teils erhellt, daß er, 15 sobald er den Morgen sieht, er sich sogleich die Sonne, dieselbe Bahn am Himmel, 16 wie am vorigen Tage, durchlaufend, oder den ganzen Tag, und zugleich mit dem 17 Morgen den Peter, mit dem Mittag den Paul und mit dem Abend den Simeon 18 vorstellen wird; das heißt, er wird sich das Dasein des Paul und Simeon mit 19 Beziehung auf die Zukunft vorstellen, und dagegen, wenn er am Abend den Simeon 20 sieht, wird er den Paul und Peter auf die Vergangenheit beziehen, indem er sie 21 nämlich zusammen mit der Vergangenheit vorstellt, und zwar wird dies um so 22 beständiger geschehen, je öfter er sie in dieser Ordnung gesehen hat. Träfe es 23 sich einmal, daß er an einem anderen Abend statt des Simeon den Jakob sähe, so 24 würde er dann am folgenden Morgen zugleich mit dem Abend, sich bald den Simeon, 25 bald den Jakob vorstellen, nicht aber beide zusammen, denn es wird 26 vorausgesetzt, daß er nur einen von beiden, nicht aber beide zugleich am Abend 27 gesehen habe; seine Vorstellung wird also schwanken, und er wird sich mit dem 28 künftigen Abend bald diesen, bald jenen vorstellen, d.h. keinen als gewiß, 29 sondern beide zufällig als künftig betrachten. Und dieses Schwanken der 30 Vorstellung wird dasselbe sein, wenn es eine Vorstellung von Dingen betrifft, 31 welche wir auf dieselbe Weise in Beziehung auf die Vergangenheit oder Gegenwart 32 betrachten, und folglich werden wir uns sowohl auf die Gegenwart als auf die 33 Vergangenheit oder Zukunft sich beziehende Dinge als zufällige vorstellen. 34 35