ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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 1 Auf welche Weise dieses aber geschieht, will ich kurz erläutern. Wir haben oben
 2 gezeigt (Lehrsatz 17 dieses Teils mit dem Folgesatz), daß der Geist die Dinge,
 3 wenn sie auch nicht da sind, sich doch immer als gegenwärtig vorstellt, wenn
 4 nicht Ursachen in den Weg treten, welche ihr gegenwärtiges Dasein ausschließen.
 5 Sodann zeigten wir (Lehrsatz 18 dieses Teils), daß, wenn der menschliche Körper
 6 einmal von zwei Körpern zugleich affiziert gewesen ist, der Geist, wenn er sich
 7 nachher den einen davon vorstellt, sich zugleich auch des anderen erinnern, das
 8 heißt, beide als ihm gegenwärtig betrachten wird, wenn keine Ursachen dazwischen
 9 treten, welche ihr gegenwärtiges Dasein ausschließen. Außerdem bezweifelt
10 niemand, daß wir uns auch die Zeit vorstellen, und zwar deshalb, weil wir uns
11 einige Körper langsamer oder schneller, oder eben so schnell als andere bewegt
12 vorstellen. Nehmen wir also einen Knaben, welcher gestern morgen zum ersten Male
13 den Peter gesehen hat, am Mittage aber den Paul und am Abend den Simeon und
14 heute wieder am Morgen den Peter. Aus Lehrsatz 18 dieses Teils erhellt, daß er,
15 sobald er den Morgen sieht, er sich sogleich die Sonne, dieselbe Bahn am Himmel,
16 wie am vorigen Tage, durchlaufend, oder den ganzen Tag, und zugleich mit dem
17 Morgen den Peter, mit dem Mittag den Paul und mit dem Abend den Simeon
18 vorstellen wird; das heißt, er wird sich das Dasein des Paul und Simeon mit
19 Beziehung auf die Zukunft vorstellen, und dagegen, wenn er am Abend den Simeon
20 sieht, wird er den Paul und Peter auf die Vergangenheit beziehen, indem er sie
21 nämlich zusammen mit der Vergangenheit vorstellt, und zwar wird dies um so
22 beständiger geschehen, je öfter er sie in dieser Ordnung gesehen hat. Träfe es
23 sich einmal, daß er an einem anderen Abend statt des Simeon den Jakob sähe, so
24 würde er dann am folgenden Morgen zugleich mit dem Abend, sich bald den Simeon,
25 bald den Jakob vorstellen, nicht aber beide zusammen, denn es wird
26 vorausgesetzt, daß er nur einen von beiden, nicht aber beide zugleich am Abend
27 gesehen habe; seine Vorstellung wird also schwanken, und er wird sich mit dem
28 künftigen Abend bald diesen, bald jenen vorstellen, d.h. keinen als gewiß,
29 sondern beide zufällig als künftig betrachten. Und dieses Schwanken der
30 Vorstellung wird dasselbe sein, wenn es eine Vorstellung von Dingen betrifft,
31 welche wir auf dieselbe Weise in Beziehung auf die Vergangenheit oder Gegenwart
32 betrachten, und folglich werden wir uns sowohl auf die Gegenwart als auf die
33 Vergangenheit oder Zukunft sich beziehende Dinge als zufällige vorstellen.
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