2p13l7sc.md (1679B)
1 Hieraus sehen wir also, wie ein zusammengesetztes Individuum auf viele Weisen 2 affiziert werden und nichtsdestoweniger seine Natur bewahren kann. Und bis jetzt 3 haben wir unter Individuum dasjenige begriffen, was nur aus Körpern, welche sich 4 durch die bloße Bewegung und Ruhe, Schnelligkeit und Langsamkeit voneinander 5 unterscheiden, d.h. das, was aus den einfachsten Körpern zusammengesetzt ist. 6 Wenn wir uns aber ein anderes denken, das aus mehreren Individuen von 7 verschiedener Natur zusammengesetzt ist, so werden wir finden, daß es auf 8 mehrere Weisen affiziert werden und dennoch seine Natur bewahren kann. Denn da 9 ja jeder Teil desselben aus mehreren Körpern besteht, so wird also (nach dem 10 vorigen Lehnsatz) jeder Teil ohne irgendeine Veränderung seiner Natur sich bald 11 langsamer, bald schneller bewegen und infolgedessen seine Bewegungen geschwinder 12 oder langsamer den übrigen mitteilen. Wenn wir uns ferner eine dritte Gattung 13 von Individuen denken, welche aus denen der zweiten zusammengesetzt ist, werden 14 wir finden, daß sie noch auf viele andere Weisen ohne irgendeine Veränderung 15 ihrer Form affiziert werden kann. Und wenn wir so bis ins Unendliche fortfahren, 16 werden wir leicht einsehen, daß die ganze Natur ein einziges Individuum ist, 17 dessen Teile auf unendliche Weise verschieden sind, d.h. alle Körper ohne 18 irgendeine Veränderung des ganzen Individuums. Dies hätte ich, wenn es meine 19 Absicht wäre, des genaueren von dem Körper zu sprechen, weiter ausführen und 20 beweisen müssen. Aber ich habe schon gesagt, daß ich etwas anderes will, und 21 dies nur deshalb anführe, weil ich daraus das, was ich zu beweisen mir 22 vorgesetzt, leicht ableiten kann. 23 24