ethica

Spinozas ethics and various translations, edited for easy post processing.
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2p11d.md (1022B)


 1 Das Wesen des Menschen besteht (nach Folgesatz des vorigen Lehrsatzes) aus
 2 gewissen Daseinsweisen der göttlichen Attribute, nämlich (nach Ax. 2 dieses
 3 Teils) aus Denkweisen, deren Idee (nach Ax. 3 dieses Teils) von Natur früher
 4 ist, und gibt es diese, so müssen die übrigen (als welche nämlich die Idee von
 5 Natur früher ist) in demselben Individuum sein (nach demselben Axiom). Folglich
 6 ist die Idee das erste, was das Sein des menschlichen Geistes ausmacht. Aber
 7 nicht die Idee eines nicht daseienden Dinges. Denn dann könnte (nach Folgesatz
 8 zu Lehrsatz 8 dieses Teils) nicht die Idee selbst daseiend genannt werden. Es
 9 wird also die Idee eines in der Wirklichkeit daseienden Dinges sein. Aber nicht
10 eines unendlichen Dinges. Denn das unendliche Ding muß (nach Lehrsatz 21 und 22,
11 T. 1) immer notwendig da sein. Nun ist dies nach Axiom 1 dieses Teils
12 widersinnig. Also ist das erste, was das wirkliche Sein des menschlichen Geistes
13 ausmacht, die Idee eines in der Wirklichkeit daseienden Einzeldinges. W.z.b.w.
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