1p32d.md (847B)
1 Der Wille ist nur ein gewisser Modus des Denkens, wie der Verstand, folglich 2 kann (nach Lehrsatz 28) jedes Wollen nur da sein und zum Wirken bestimmt werden, 3 wenn es von einer anderen Ursache bestimmt wird, und diese wieder von einer 4 anderen und so fort ins Unendliche. Wenn der Wille als unendlich angenommen 5 würde, müßte er auch zum Dasein und Wirken von Gott bestimmt werden, nicht 6 insofern dieser die absolut unendliche Substanz ist, sondern insofern er ein 7 Attribut hat, welches das unendliche und ewige Wesen des Denkens ausdrückt (nach 8 Lehrsatz 23). Auf welche Weise also er begriffen werden mag, sei es als endlich 9 oder unendlich, so erheischt er eine Ursache, durch welche er zum Dasein und 10 Wirken bestimmt wird, und folglich (nach Def. 7) kann er nicht freie Ursache, 11 sondern nur notwendige oder gezwungene genannt werden. W.z.b.w. 12 13