1p28d.md (1472B)
1 Was zum Dasein und Wirken bestimmt ist, ist von Gott so bestimmt (nach Lehrsatz 2 26 und Folgesatz zu Lehrsatz 24). Was aber endlich ist und ein bestimmtes Dasein 3 hat, konnte nicht von der absoluten Natur eines göttlichen Attributs 4 hervorgebracht werden; denn alles, was aus der absoluten Natur eines göttlichen 5 Attributs folgt, ist unendlich und ewig (nach Lehrsatz 21). Es mußte also aus 6 Gott oder einem Attribute desselben folgen, sofern dies als von einem gewissen 7 Modus affiziert betrachtet wird. Denn außer Substanz und Modus gibt es nichts 8 (nach Ax. 1 und Def. 3 und 5), und die Modi sind (nach Folgesatz zu Lehrsatz 25) 9 nichts als Affektionen der Attribute Gottes. Aber aus Gott oder einem Attribute 10 desselben, insofern es durch eine Modifikation bestimmt ist, welche ewig und 11 unendlich ist, konnte es auch nicht folgen (nach Lehrsatz 22). Es mußte also 12 folgen oder zum Dasein und Wirken bestimmt werden von Gott oder einem Attribute 13 desselben, sofern dieses durch eine Modifikation modifiziert ist, welche endlich 14 ist und ein bestimmtes Dasein hat. Dies war das erste. Ferner mußte wiederum 15 diese Ursache oder dieser Modus (aus demselben Grunde, aus welchem wir den 16 ersten Teil dieses Lehrsatzes eben bewiesen haben) ebenfalls von einer anderen 17 Ursache bestimmt werden, welche auch endlich ist und ein bestimmtes Dasein hat, 18 und wiederum diese letzte (aus demselben Grunde) von einer anderen, und so 19 immerfort (aus demselben Grunde) ins Unendliche. W.z.b.w. 20 21